Pause nötig

Ihr Lieben,

manchmal zieht einem das Leben den Boden unter den Füßen weg, und das macht es am liebsten ohne jede Vorwarnung. Besonders ungünstig ist das, wenn man gerade ein neues Buch promotet und eigentlich voller Elan die Dinge angehen möchte. Pustekuchen, hat sich meine Krankheit gedacht. Ich knocke dich jetzt einfach aus, weil’s grad so gar nicht passt.

So ist das leider mit Depressionen. Und so ist das Leben mit einer bipolaren Erkrankung. Ich habe mir in letzter Zeit einfach zu viel zugemutet. Refugium mit enger Deadline zu schreiben, die Buchmesse, Moderation auf der Queer Con und dazu noch eine ziemlich arbeitsintensive Hausentrümplung und -renovierung und mein demenzkranker Vater – kein Wunder, dass ich seit dem Spätsommer fast immerzu erkältet bin. Mein Körper wollte mir wahrscheinlich sagen: Pass auf dich auf. Du muss langsamer machen, sonst ziehe ich die Notbremse.

 

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In Vielleicht für immer habe ich versucht, euch einen kleinen Einblick zu gewähren, wie das Leben mit einer bipolaren Erkrankung aussieht. Warum rede ich dann erst jetzt darüber, wie persönlich mich das selbst betrifft? Weil das Buch für sich steht und es Gabes Geschichte ist und nicht meine. Und weil meine Krankheit eigentlich etwas sehr Privates ist.
Aber ich habe zunehmend das Gefühl, dass ich es mir selber schwer mache, wenn ich immer ein Lächeln aufsetze und so tue, als wäre alles in Ordnung. Im Englischen nennt man das „High functioning“. Wenn man in der Lage ist, trotz einer schweren psychischen Erkrankung „zu funktionieren“ und sein Leben so zu meistern, dass niemand etwas davon mitkriegt. Und das ist teuflisch. Denn es zu verstecken, macht alles nur noch schlimmer. Stress, das wisst ihr vielleicht, ist Gift für jemanden mit einer psychischen Erkrankung. Und davon war’s in letzter Zeit einfach ein bisschen zu viel.

 

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*tief durchatme* So. Jetzt ist es raus. Ich habe mal wieder eine depressive Episode. Und das heißt, ich muss für mich sorgen und für eine Weile kürzer treten. Kann sein, dass es nur eine Woche lang dauert. Kann sein, dass es Monate werden. So lange werde ich zwar nicht dem Internet fernbleiben, weil ich Online-Süchti das gar nicht schaffen würde. Aber zumindest für die nächste Zeit muss ich mich etwas zurückziehen. Deshalb habt bitte Verständnis, wenn ich nicht sofort auf Nachrichten und E-Mails antworte. Trotzdem freue ich mich natürlich riesig über jeden Kommentar, jede positive Rezi, jede Zuschrift.

Ich werde jetzt mal all meine Coping-Mechanismen (Bewältigunsstrategien) rausziehen, die ich mir in den 24 Jahren, die ich jetzt schon mit meiner Krankheit lebe, angeeignet habe. Viel lesen, viel schlafen, Lieblingsfilme gucken… und vor allem mir ganz viel Ruhe gönnen. Damit ich bald wieder fit bin und wieder machen kann, was mir am meisten Spaß macht: schreiben.

Bis dahin alles Liebe,
Susann

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Messebericht – QueerCon und BuchBerlin

Ihr Lieben,

der Tag nach einer Messe ist immer ein bisschen merkwürdig. Ich bin angenehm müde und fühl mich durchgeschüttelt wie nach einer dreitägigen Achterbahnfahrt. Irgendwie gaga von all den Eindrücken. Und all die lieben, wunderbaren Menschen fehlen mir jetzt schon. Es ist viel zu selten, dass man sich mit anderen AutorInnen und LeserInnen so direkt austauschen kann, und diese Messe bot trotz allem Wirbel reichlich Gelegenheit, einfach mal hemmungslos zu quatschen, viel zu lachen und auch mal das ein oder andere ernstere Thema anzusprechen.

Trotz jeder Menge Sabotageversuchen des Universums (kein Taxi zum Bahnhof zu kriegen, Ausweichsmitfahrgelegenheit Bus hatte einen Unfall und wir mussten aussteigen und den Rest des Wegs laufen, Zug hatte 90 Min Verspätung…) kam ich am Freitagabend ziemlich geschafft im Estrel Hotel an. Das Ding ist ein Riesenschiff und sicher das gigantischste Hotel, in dem ich bislang war.

 

Der Innenhof des Estrel Hotels mit mehreren Restaurants, Café und Bar.

Der Innenhof des Estrel Hotels mit mehreren Restaurants, Café und Bar.

 

Leider wurde das 4 Sterne Plus-Hotel nur bedingt dieser Auszeichnung gerecht, aber zumindest das Personal war größtenteils echt nett und zuvorkommend. Unangenehm war die stickige, trockene Luft der Klimaanlage. In diesem Haus kommt man echt schwer an Frischluft. Aber auf jeden Fall war’s eine coole Location! Wenn man durch die riesige Lobby lief, traf man alle paar Meter bereits liebe Bekannte. Die herzlichen Begrüßungen waren das erste Highlight, durch das man sich gleich wohlfühlte. Ach, ihr. Es ist jedes Mal so wunderbar, euch alle zu sehen und zu knuddeln!

 

Mit der bezaubernden Caitlin Daray

Mit der bezaubernden Caitlin Daray

Simon vom dead soft Verlag hatte mich ja im Vorfeld gebeten, zusammen mit Jobst Mahrenholz und Kai Brodersen die Moderation der Queer Con zu übernehmen. Ich hatte so was noch nie gemacht und hatte deshalb vorher trotz meiner intensiven Vorarbeit schon ordentlich Bauchkribbeln. ;) Samstag ging’s dann bei mir auch gleich mit dem allerersten Panel der Con los. Das Thema war „Gay Fantasy“.

 

Gay Fantasy Panel. Mit Karo Stein, Bianca Nias, Sandra Gernt, Jona Dreyer und Leann Porter

Gay Fantasy Panel. Mit Karo Stein, Bianca Nias, Sandra Gernt, Jona Dreyer, Leann Porter und Xenia Melzer

 

Es hat mir total Spaß gemacht, euch durchs Panel zu leiten! Die Autorinnen gewährten uns spannende Einblicke in ihre Arbeit und die Publikumsfragen waren alle klasse und gaben dem Ganzen eine besondere Würze.

Danach hatte ich ein bisschen Pause, konnte erstmal durchatmen und beim Mittagessen mit einigen von euch nett plaudern.

Als nächstes stand meine Lesung aus Refugium: Seelenstaub an und mir ging (wie vor jeder Lesung) ordentlich die Muffe. Irgendwie ist nichts an meiner Arbeit nervenaufreibender für mich und deswegen weiß ich auch noch gar nicht, ob ich zukünftig noch weitere Lesungen machen werde. Da fehlt mir vielleicht ein bisschen das Rampensau-Gen. ;) Ich bin hinterher zwar immer verblüfft, wie gut es bei euch ankam, aber viel lieber treffe ich mich einfach so mit euch. Aber ich habe mich unheimlich gefreut, wie gut die Lesung besucht war und die vielen positiven Rückmeldungen waren himmlisch! *strahl*

 

Lesung aus Refugium: Seelenstaub

Lesung aus Refugium: Seelenstaub

 

Im Anschluss war ich für eine Stunde zum signieren am Stand des Cursed Verlags. Bei der Gelegenheit hat sich Teddy und Verlags-Maskottchen Steve das Buch mal genauer angeschaut.

 

Steve proudly presents...

Steve proudly presents…

 

Für mich gibt’s ja nichts Cooleres, als einen ganzen Stapel meiner Buchbabys zu sehen. Das ist ein irres Gefühl. Und wenn ihr dann kommt und es signiert haben wollt, ist das so was von schön und irgendwie surreal. *Gruppenumarmung* Ich danke euch für eure lieben Worte, die zauberhaften Mitbringsel und all die Herzlichkeit und Liebe, die im Austausch an diesem Wochenende spürbar war.

 

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Samstagabend ging’s mit einer kleinen Gruppe und den wunderbaren Mädels von Cursed nett zu einem fantastischen Italiener ein paar Straßen weiter essen, weil wir alle zu k.o. und reizüberflutet waren, um noch groß auszugehen. Und was seh ich da auf der Karte? Café der Nacht von Van Gogh! Alles klar – und tatsächlich wurde der Abend ganz wunderbar. Etwas angeschickert und heiser vom vielen Lachen fanden wir erst spät den Weg zum Hotel zurück.

 

Das Essen war soo lecker !

Das Essen war soo lecker !

 

Der Sonntag ging gemütlich los. Erst um 10.30 Uhr musste ich am Cursed Stand sein. Auf der Messe war’s noch ruhig und somit ordentlich Zeit, mit der wundervollen Caro Stein und den Cursed Mädels zu quatschen.
Die BuchBerlin wächst jedes Jahr weiter und die vielen Stände waren mal wieder der Himmel für Leseratten. Cursed, dead soft & Co hatte man allerdings ganz hinten in die Ecke gepackt. Keine Ahnung, ob das Absicht war und man uns ein wenig verstecken wollte. Dabei sind wir doch so lieb und beißen nur auf ausdrücklichen Wunsch! ;)

Mit Caro Stein

Mit Caro Stein

 

Am Nachmittag hatte ich noch ein Panel zu moderieren. Thema war „Wer liest und wer schreibt Gay Romance“. Das hat wieder echt Spaß gemacht und war sehr informativ. Es ist schon toll, wenn wir mal „unter uns“ über unsere gemeinsame Leidenschaft reden können, ohne uns gegenüber Außenstehenden rechtfertigen zu müssen, warum wir Gay Romance mögen. Die vielfältigen Antworten zum Thema boten ordentlich Fläche für weitere Reflektion.

Und das war’s dann auch schon fast mit der Con. Julia von Cursed verabschiedete so gegen 15 Uhr alle TeilnehmerInnen und das große Abschiednehmen ging los. Echt nicht einfach, wenn man nicht genau weiß, wann man all die lieben Menschen das nächste Mal sieht. Hoffentlich kommen viele von euch nächstes Frühjahr nach Leipzig zur Buchmesse!

Auf meiner Heimreise gab sich die Bahn wieder ordentlich Mühe, es mir schwer zu machen. Das können die echt gut. ;) Ich war so happy, als ich spätnachts daheim ankam und mein Knuddelkater Carlo es mir nicht übel genommen hat, dass ich weg war. Er kam mir schnurrend entgegen und hat ganz süß auf mich eingeplappert. Hach, Katerchen, du hast mir arg gefehlt!

Nun nippe ich bei trübem Wetter an meinem Kaffee, freue mich wie Bolle über die erste Rezi zu Refugium: Seelenstaub und den guten Verkaufsstart, vermisse euch alle ganz doll und suhle mich ein bisschen im gewohnten Nach-Messe-Blues. ;)

 

*freu freu freu*

Die erste Rezi ist da!!!! *freu freu freu*

 

Nochmals herzlichen Dank an alle, die dieses Wochenende unvergesslich gemacht haben! Wann ist denn endlich die LBM, menno!

Alles Liebe,
Susann

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Das ebook kommt schon am Samstag!

Mäuse! Ich hab gerade Hammer-Neuigkeiten aus dem Verlag! Das ebook wird’s schon ab Samstag, 19.11.2016 geben! Ich könnt es also am Wochenende schon lesen, während ich mich in Berlin auf der Buchmesse herumtreibe. *hibbel*
Das Taschenbuch folgt wie angekündigt ab dem 22.11.2016.
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