Tipp: Buchtrailer erstellen

cdn_cover_smallIch freu mich voll! Eigentlich wollte ich für meinen Roman „Café der Nacht“ schon einen Buchtrailer erstellen, als er 2013 erschienen ist. Eigentlich. Aber wenn es darum geht, etwas auszuprobieren, das man noch nie gemacht hat, weiß man manchmal nicht mal, wo man anfangen soll. Ich hatte keinen Plan, wie man so etwas überhaupt macht, was man für ein Videoschnittprogramm braucht, wo man Musik herbekommt…

Also wie geht das überhaupt, einen Buchtrailer erstellen?

Bestimmt gibt’s viele Möglichkeiten, aber ich habe mich an die einfachsten gehalten. Letzten Herbst habe ich mal gegoogelt und mich schlau gemacht. Das Coole ist: man kann am PC ein Programm benutzen, das bei Windows schon dabei ist, den Windows Live Video Maker.

1. Grundidee

Bevor mal loslegt, muss man sich einiges überlegen. Was will ich sagen? Welche Stimmung will ich vermitteln? Es geht darum, sich den Trailer vorzustellen und einen passenden Text auszudenken. Schlagworte müssen ausreichen oder wenige Sätze, die weder zu viel noch zu wenig verraten. Idealerweise ist ein Trailer zwischen 30 – 60 Sekunden lang. Wenn’s zu lang wird, guckt das keiner bis zum Ende. Ein Trailer soll vor allem eins: Neugierig machen. Im besten Fall will man danach mehr über das Buch erfahren. Das fand ich ziemlich schwierig und habe mehrere Versionen auf Schmierpapier durchgespielt, bis ich einen ungefähren Plan hatte. Ich würde empfehlen, das zuerst zu machen. So spart man sich bei den Bildern Fehlkäufe, die letztlich nicht zum Text passen.


2. Bebilderung

Nun braucht man für den Trailer entweder Filmsequenzen oder Bilder. Ich entschied mich für Bilder, die sind günstiger und man findet leichter welche. Nachdem ein Trailer ein optisches Medium ist, sind gute Bilder in hoher Qualität enorm wichtig.
Los ging’s also und Stockfotos suchen, die zum Buch passen. Gar nicht so leicht! Gerade was das Café betrifft, habe ich sehr, sehr klare Vorstellungen. Dafür Bilder zu finden, hat ewig gedauert! Ich wollte wenig bis gar keine Menschen, damit jeder Leser sich seine eigene Vorstellung von meinen Figuren machen kann (bis auf Maxim, der sowieso auf dem Titelbild zu sehen ist).
Beim Café ist die Grundstimmung verträumt und melancholisch. Was kann das rüberbringen? Ich fand, Herbst und Winter passen dazu, deshalb habe ich nach entsprechenden Landschaftsbildern gesucht. Manchmal hilft es auch, die gewünschte Stimmung als Suchbegriff einzugeben. Fündig geworden bin ich bei Fotolia und Depositphotos. Die Fotos habe ich in sehr hoher Qualität gekauft. Alternativ finden sich bei Pixabay kostenlose Bilder, die verwendet werden dürfen. Bitte nicht einfach drauflos googeln und Bilder verwenden, die Urheberrechte verletzen!


3. Der Look

Diesen Teil kann man ggf. überspringen, aber mir war er sehr wichtig, damit es nicht „Zusammengestöpselt“ sondern aus einem Guss wirkt. Als endlich genug Bilder vorhanden waren, um ca 60 Sekunden zu füllen (bei mir sind das 12 Bilder), habe ich versucht, allen Bildern im Bildbearbeitungsprogramm einen einheitlichen „Café der Nacht-lichen“ Look zu verpassen. Ich verwende Photoshop, da ich aus dem Grafikdesign komme, aber es gibt auch kostenlose Programme wie Gimp. Ich habe alle Bilder auf die selbe Größe zugeschnitten, die für Breitbild-Videos empfohlen wird: 1920 x 1080 Pixel, Auflösung 300 dpi.

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4. Die Musik

Uff! Das war für mich der schwierigste Teil. Daran, passende Musik zu finden, bin ich fast verzweifelt. Aus urheberrechtlichen Gründen darf man ja leider nicht irgendeinen Lieblingssong verwenden, ist klar. Und die meisten Anbieter für gemafreie Musik bieten eine große Auswahl an… öhm, nicht eben der genialsten Musik aller Zeiten. Dabei ist die soooo wichtig für die Emotion im Trailer. Aus diesem Grund lag mein Trailer auch erst mal lange, lange halbfertig auf meiner Festplatte. Letztlich habe ich mich dafür entschieden, die Lizenz für einen Musiktitel zu kaufen, in den ich mich auf Anhieb verliebt habe. Das Geld war es mir dann doch wert. Tipp: Die Selfpublisherbibel verweist für Sparfüchse auf Jukedeck – habe ich selber aber nicht ausprobiert. Mehr Seiten mit kostenloser Musik fand ich hier.

5. Video erstellen

Die gute Nachricht zuerst: Der Windows Video Maker ist sehr intuitiv zu bedienen. Man findet aber bei YouTube auch tolle Tutorials, die einem alle Funktionen erklären. Ich habe einfach ausprobiert, die Bilder in der gewünschten Reihenfolge platziert, die Länge eingestellt, für die sie angezeigt werden sollen, und dann Überblendungen und Zooms aus den voreingestellten Optionen ausgewählt. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Ich jedenfalls kam ohne Vorkenntnisse zurecht.
Nur für die Texteinblendungen musste ich mir auf YouTube ein Tutorial ansehen, weil ich mich da nicht sofort zurecht gefunden habe. Letztlich war es doch easy. Den Text kann man eingeben und auf den Bildern an die gewünschte Stelle bewegen, an der er erscheinen soll. Auch hier gibt es wieder Optionen wie Einblendungsdauer etc. Insgesamt bin ich mit den vorgegebenen Optionen zufrieden. Wer sich mehr Steuerungsmöglichkeiten wünscht, muss wohl zu einem gekauften Schnittprogramm greifen. Tipp: Wer es hinkriegt, kann versuchen, seine Bilder im Takt passend zu Musik zu schneiden, dann wirkt alles in sich runder.

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6. Video auf YouTube laden

Das ist auch einfacher, als gedacht. Wer sich bei YouTube anmeldet, kann einen eigenen Kanal erstellen. Aus dem Windows Movie Maker heraus lässt sich das Video in guter Qualität speichern und von der Festplatte einfach auf YouTube in den eigenen Kanal laden. Dauerte bei mir nur wenige Minuten. Nicht vergessen, Info zum Buch und Link zur Autorenseite (für alle, die hoffentlich wirklich durch den Trailer neugierig wurden) bei der Video-Beschreibung anzugeben!
Nochmals Thema Musik: Obwohl ich eine Lizenz für die verwendete Musik habe, wollte YouTube, dass ich das beweise, also musste ich ihnen die Lizenz zukommen lassen. Die sind da anscheinend echt pingelig.

Alles in allem hat es echt Spaß gemacht, einen Trailer zu erstellen und war wesentlich unkomplizierter, als ich erwartet hatte. Ich selber schau mir Buchtrailer gerne an und bin gespannt, wie ihr meinen finden werdet.

Büddeschön, hier is er nun: Mein erster Buchtrailer – eine Reise ins Café der Nacht. 🙂

Alles Liebe,
Susann

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