Nach dem Roman ist vor dem Roman

Ihr Lieben,

wenn man als Autorin ein Buch beendet, ist das immer ein etwas wehmütiger Sieg. Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe, die Geschichte, die mir im Kopf herumschwebte, umzusetzen. Meist wurde sie anders als geplant, ist während des Schreibens gewachsen und hat mich auf unerwartete Pfade geführt. Manche Autorinnen arbeiten mit minutiösem Plan. Ich bin eher die Abenteuer-Schreiberin, die sich auf den Weg ins Unbekannte macht. Ein Ziel und ein paar Stationen unterwegs vor Augen, aber noch keine festgefahrene Vorstellung, wie ich dorthin kommen soll. Einfach mal gucken und den Figuren die Führung überlassen. Meist wissen die es am besten.

Genauso fühlt sich das an, wenn ich drauflos schreibe...

Genauso fühlt sich das an, wenn ich drauflos schreibe… 😉

Gestern Abend habe ich die letzten Zeilen von Café Bohème geschrieben. An diesem Projekt habe ich unfassbar lange gearbeitet, denn einige der Geschichten waren ziemlich heftig zu schreiben und ich habe zwischenzeitlich längere Pausen eingelegt und an anderen Projekten gearbeitet. Manchmal braucht so was einfach Zeit und in diesem Fall war das sicher gut, denn gerade zum Ende hin kam plötzlich noch eine zündende Idee. Ich glaube, Maxim und Monroe haben so den Abschluss bekommen, den wir uns alle für sie wünschen. Auch wenn dadurch das Buch deutlich länger wurde als geplant!
In den nächsten Tagen werde ich überarbeiten, dann geht’s ab damit ins Lektorat.

Und ja, ich bin echt wehmütig. Maxim, Monroe, Dela und Rufus und wie sie alle heißen kenne ich nun schon so viele Jahre. Es ist traurig, lieb gewonnene Figuren zum (wahrscheinlich) letzten Mal zu schreiben und sie loszulassen. Vielleicht kann ich das Café noch mal irgendwann für eine Weihnachtsgeschichte besuchen. Aber eigentlich ist die Geschichte für mich zu Ende erzählt und es gibt nichts mehr hinzuzufügen. Café der Nacht war mein Debütroman und wird deshalb immer eine Sonderstellung unter meinen „Babys“ für mich haben.

Eine der Inspirationen für den Roman: Van Goghs Gemälde

Eine der Inspirationen für den Roman: Van Goghs Gemälde

Was hilft gegen den Post-Roman-Blues? Na klar, an einem anderen Buch weiterzuschreiben! Bianca Nias und ich sind beim Werwolf von nebenan schon auf der Zielgeraden. Außerdem arbeite ich an einer Weihnachtsgeschichte für ein Geheimprojekt. Und dann wäre da natürlich noch Refugium: Rabenfürst, das ich hoffentlich bis kommendes Frühjahr fertig bekomme. Also im Grunde alles gut, denn auch danach stapeln sich bereits weitere Projekte.

Trotzdem. Ich denke an meine Lieben aus dem Café der Nacht und wünsche ihnen alles, alles Gute. Und ihr und ich können ja jederzeit das Café erneut besuchen – in Tagträumen und Fantasien… was ein Glück!

Alles Liebe,
Susann

4 thoughts on “Nach dem Roman ist vor dem Roman

  1. Romy

    Ich weiß ja so gut, was du meinst … ich vermisse meine Jungs aus der „Partitur“ immer noch, und ich ahne, dass ich meine Truppe aus den „Spionen“ auch ganz schrecklich vermissen werde.

    Übrigens hatte ich grad als Leser eine ähnliche Erfahrung – ich hab das Lesen eines letzten Bandes endlos vor mir hergeschoben, weil ich den Figuren nicht Adieu sagen wollte – und dann anschließend festgestellt, dass einige von ihnen (auch mein Liebling) in einer anderen Reihe des Autors wieder auftauchen. Die gehört nämlich mit ins Universum, was ich nicht wusste. Und das hat mich wirklich lächerlich glüclich gemacht 🙂 Bücher <3

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    1. Susann Julieva Post author

      Oh, so was liebe ich als Leserin auch! Und vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich so gerne Fan Fic lese – wieder und wieder was Neues über meine Lieblingsfiguren! Hach!

      Deine Spione werde ich bestimmt auch vermissen! Aber die bieten ja sicher reichlich Raum, mal wieder was über sie hören zu lassen in einer KG oder so – was meinste?

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  2. Romy

    Ja, genau deswegen ist Fanfic einfach wunderbar <3

    Und ja, ich glaube, die Spione werde ich nie wieder ganz loswerden – da sind einfach noch zu viele unerzählte Geschichten drin bei der ganzen Rasselbande 🙂

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