Trolle auf Twitter

Ihr Lieben,

Feminismus und Frauen sind ein Thema für sich. Auch Feminismus und Männer. Heute durfte ich mal wieder am eigenen Leib erfahren, dass es einige, (glücklicherweise nur einige) Männer gibt, die damit nichts anfangen können. Ohne jemals Kontakt zu dieser Person gehabt zu haben, hat sie mich auf Twitter rufschädigend verleumdet.

Wie kam es dazu, dass ich so angegangen wurde?
Ich habe einen Artikel der Zeit getweetet, in dem Till Eckert schreibt, wie Männer den Feminismus unterstützen können. Ich zitierte dabei Eckerts Worte, denn ich freue mich immer, wenn Männer sich für Feminismus interessieren und erkennen, dass dieser sie genauso von schädlichen Rollenmustern befreien will, wie Frauen.

Doch leider hat sich einer der Herren, der damit nichts anfangen kann, an meine Fersen gebissen und das auf eine, sagen wir mal, unschönen Art und Weise.

Was ist passiert?

Er trollt. Das ist passiert.

Auf einmal bin ich eine Sympathisantin der AfD (wer mich kennt, weiß, dass das absoluter Blödsinn ist), bin als Autorin von Gay Romance selbst nicht tolerant, eigentlich gar keine Feministin und was weiß ich. Als krönender Abschluss ein sexistisches gif.

Warum blogge ich über diesen Vorfall?

Es ist extrem rufschädigend, mit dem rechten Gedankengut der AfD in Verbindung gebracht zu werden. Um es hier klar zu stellen: Ich finde die AfD widerlich. Ich kann mit dieser Partei nichts anfangen und distanziere mich aufs Schärfste von ihr und ihren Anhängern.

Mir vorzuwerfen, ich wäre nicht tolerant, ist wie einer Banane vorzuwerfen, dass sie gelb ist. Bananen sind nun mal gelb und dieser Vorwurf ist der größte Schwachsinn, den ich jemals gehört habe. Und es regt mich auf, weil jemand, der mich nicht mal kennt, Beleidigungen und Unwahrheiten über mich verbreitet, nur, weil ich es gewagt habe, seine frauenfeindliche Antwort auf meinen Tweet zu ignorieren und ihn zu blockieren.

Und das wirft bei mir die Frage auf: Hilft es den Trollen, wenn wir schweigen? Sollten wir uns nicht massiv gegen sie zur Wehr setzen? Doch von allen Seiten rät man mir, das Ganze auf sich beruhen zu lassen. Ich würde gerne besagten Herren hier bloßstellen, aber er hat sich selbst in seinen Tweets über mich bereits mehr als bloßgestellt und demontiert.

Fazit: Es zeigt sich, dass es tatsächlich Männer gibt, die Frauen und Frauenrechte ablehnend gegenüberstehen und sich sogar öffentlich dazu bekennen. So traurig das ist, es motiviert auch, „The good fight“ weiter zu kämpfen.

Und ja, ich werde auf jeden Fall darüber nachdenken, ob ich gegenüber diesem Herrn Anzeige erstatte. Denn was dieser Troll betreibt ist kein Spaß. Es ist Rufschädigung.

12 Replies to “Trolle auf Twitter”

  1. Ben Lesser sagt:

    Liebe Susann,

    David ist generell für die Autorenszene und insbesondere für den weiblichen Teil ein ziemliches Ärgernis. Jennifer Jäger und ich hatten uns ja bereits vor genau zwei Wochen mit ihm angelegt, vielleicht hast du das schon verfolgt. Was er bei dir gemacht hat, ist definitiv Rufschädigung im Sinne einer üblen Nachrede. Du musst halt überlegen, ob du den Verwaltungsaufwand einer Anzeige auf dich nehmen willst oder ob du den Schaden für so gering erachtest, dass es sich nicht lohnt.

    Jedenfalls sollst du wissen, dass du nicht allein bist und wir hinter dir stehen!

    Liebe Grüße
    Ben

  2. Kia Kahawa sagt:

    Hi Susann,

    auch ich stehe voll hinter dir. Toll, dass du das zur Anzeige bringst und mit dem Blogartikel gleich noch über Rufschädigung aufmerksam machst.
    Normale Trolle sollte man ignorieren, nicht weiter füttern und sie „spielen“ lassen. Aber wenn Trolling deine Reputation angreift, die ja als Autorin ein Teil deines Kapitals ist, geh‘ dagegen vor!

    Viel Erfolg und Kraft wünsche ich dir
    Kia

  3. Ich stehe der Feministin Arbeit nicht feindlich gegenüber, ich unterstütze diese lediglich nicht aktiv. Das ich mich über ein Wort, das durch das bekannte „*Innen“ erweitert wurde aufregte gebe ich zu. Ich finde diese Worterweiterung in keiner Weise optisch ansprechend. Jedoch habe ich dem 4. Punkt des geposteten Artikel zugestimmt. Karen Traviss ist die stilbildenste Autorin die ich jemals lesen durfte.

    Und wie genau sollte ich dich besser kennenlernen, wenn du mich nach Tweet 1 blockiert hast? Du hast mir die Möglichkeit zum Kennenlernen doch „Eigenhändig“ genommen und dem entsprechend musste ich mit dem „Arbeiten“ was ich von dir erfuhr: Du postest Artikel zum Thema Feminismus und blockierst Leute, die nicht 100% damit übereinstimmen. Ich gebe zu, dass der Spruch mit AfD zu weit ging, doch gebe ich genau so ehrlich zu, dass es der erste Gedanke war, den ich bei dieser Ablehnung hatte.

    • Herzlichen Glückwunsch. Ich habe Ihren Namen bewusst herausgehalten, denn ich bin ein netter Mensch, der Gleiches nicht mit Gleichem heimzahlen möchte, aber Sie haben sich selbst bloßgestellt.

  4. Mir einen Fake-Namen zu geben wäre einfach nicht meine Art. Ich habe einen Fehler gemacht und daher sollte ich auch gerade stehen. Ich habe mir jedoch, bis auf den AfD-Kommentar, nichts vorzuwerfen. Für diesen Kommentar möchte ich mich, hier, öffentlich und mit vollem Namen auch bei dir entschuldigen. Er ging zu weit, da gibt es kein Wenn und Aber.

    Das ich dir fehlende Toleranz unterstellt habe, fußt eben auf das Blockieren von mir, wegen einer Meinungsverschiedenheit, welche ich als solche gar nicht wirklich erkannt habe. Auch habe ich dir zu keinem Zeitpunkt dein Feministin-Sein abgesprochen. Ich sagte lediglich, dass jemand sympathisches diese wichtige und richtige Message vermitteln sollte. Dass du für mich zu diesem Zeitpunkt nicht sympathisch warst, kann man vielleicht nachvollziehen.

    Dass du mich nicht namentlich genannt hast, rechne ich dir hoch an und das macht dich auch sympathischer. Das sexistische Gif hatte, das gebe ich auch zu, Interpretationsspielraum, sollte aber rein satirisch sein. Ein übergewichtiger Mann, der einen violettfarbenen Dildo, welcher Größer ist als ein Kind, anleckt, war mein Versuch der übertriebenen Darstellung eines Sexisten (Das Anbeten eines Penisses, weil Penis = Mann und Mann am besten, was eben nicht wahr ist) In diesem Kontext vielleicht übertrieben oder gar fehlinterpretierbar aber das war meine (Falsche) Art mit diesem Thema umzugehen, von einer Feministin, welche du ja bist, blockiert zu werden.

    Ich bin kein aktiver Feminist. Ich folge einigen, retweete ihre Petitionen, Tweets, Artikel und so weiter, so gut ich kann. Aber das war es von mir auch. Ich denke, das ist mehr als die meisten Menschen tun und es macht mich ein wenig Stolz, so zumindest die Arbeit von guten menschen zu verbreiten, wenn ich schon selbst nicht aktiv in diesem Thema bin. Aber genauso wenig wie du eine AfD-Sympathisantin bist, genauso wenig bin ich ein Sexist. Manchmal platzt mir der Kragen, vor allem im Internet. Und wenn ich genug von Personen habe, dann sage ich Dinge, die sie treffen. Dass ich dann auch auf das Geschlecht reduziere, ist mir bewusst und das will ich auch ändern, leider geschieht das nur mit winzigen Schritten. Aber meine sexualisierten Sprüche gehen auf beide Seiten, weil ich selbst kein Geschlecht über dem anderen Stelle. Wie ich im Tweet sagte, ist Karen Traviss die mit Abstand beste Autorin die ich kenne und die Schreibt Bücher über Kerle, die breiter sind als hoch und dessen Knarren größer sind als Schädel. Sie war es sogar, welche mir dieses Geschlechterrollen-Denken abnahm bzw durch sie fing ich damit an. Eine Frau soll ein Buch über Games schreiben, die laut dem Internet, hauptsächlich für Männer konzipiert sind? Und das soll gut werden? Ja und wie. Dass sie daraufhin die Schreibleitung des 3. Spiels der Reihe, dem Abschluss der Trilogie bekam (Den wichtigsten Teil der Reihe!), sagt mehr als Tausend Worte. Sie ist mein Vorbild, egal welches Geschlecht sie jetzt hat. Das ändert nichts an ihrem Talent.

    Um es noch mal zusammenzufassen:

    Mein AfD-Kommentar ging zu weit, und wenn du willst, dass ich ihn lösche, dann tue ich es. Wenn du eine Anzeige aufgeben willst, werde ich dich nicht daran nicht hindern und den Tweet auch nicht löschen, wenn du willst. Ich habe meinen Fehler eingesehen und habe dich auch nicht als „Nicht-Feministin“ betitelt. Ich war lediglich eingeschnappt, weil ich nicht damit gerechnet habe, direkt geblockt zu werden. Ich führe des öfteren Dialoge mit Feministinnen, und habe so eine Reaktion nicht einfach nicht erwartet. Es fühlte sich für mich so an, als würde man mir unterstellen, dem Feminismus ein Bein zu stellen. Und das hat mich in gewisser Weise in meiner Ehre verletzt. Das gebe ich zu und das tut mir auch leid.

    • Ihre Entschuldigung nehme ich an, sofern Sie alle gegen mich gerichteten Tweets löschen und von solchem Verhalten zukünftig absehen. Ihre auf Twitter gegen mich vorgebrachten Anschuldigungen waren für mich rufschädigend und potentiell geschäftsschädigend. Ja, das ging deutlich zu weit. Die scheinbare Anonymität des Internets mag zu derartigem Verhalten verleiten, aber wir sind Menschen, und es werden dabei echte Gefühle verletzt und potentiell sogar Karrieren geschädigt. Ich habe alle Tweets von Ihnen, die sich gegen mich richteten, dokumentiert. Think before you tweet.

  5. ABC sagt:

    Liebe Susann,

    ich habe diese Geschichte hier mitverfolgt. Du bist mit diesem angetrollt werden durch o.g. Person nicht alleine. Es hat einen guten Grund weshalb besagter Herr bereits aus JEDEM Schreibforum geflogen ist. Natürlich sind die Anderen daran Schuld und AFDler… wäre jeder tatsächlich AFDler, die er als solche beschimpft müsste sich diese Partei bei der nächsten Wahl keine Sorgen machen.

    So viel dazu. Du hast mein Migefühl und mein 100% Verständnis. Trolle nerven. Trolle haben selbst massive emotionale Probleme mit denen sie nicht umgehen können und sie auf andere überstülpen. Selbsterkenntnis ist gleich Null auch wenn gerade von diesem Troll immer wieder was anderes behauptet wird. Es ist nicht so.

    Viel Kraft wünsche ich Dir!

  6. Gast sagt:

    Liebe Susann,

    Ich muss ebenfalls anmerken, dass du leider nicht die erste bist, die von diesem Individuum getrollt wurde.
    Es sei außerdem angemerkt, dass David’s Twitter-Page, sowie auch sein Blog, in regelmäßigen Abständen bei webarchive.org abgespeichert werden – ich habe den Verdacht, dass er das selbst tut, um seine Tweets zu behalten, sogar nachdem er sie auf Anfrage löscht.
    Daher würde ich mir die Option einer Anzeige an deiner Stelle definitv offenhalten, alleine schon, weil sein ‚Löschen‘ kein solches ist, sondern er einfach nur die Tweets woanders hinverschiebt, womit der Strafbestand der Rufschädigung ja immer noch gegeben ist.

    Liebe Grüße und viel Kraft,
    Tessa

    • Danke für den Hinweis! Die Möglichkeit einer Anzeige lasse ich mir selbstverständlich weiterhin offen, denn eine Straftat lässt sich durch eine Entschuldigung ohnehin nicht zurücknehmen.
      Liebe Grüße!

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