Zweifel und Entscheidungen

Ihr Lieben,

wer Mitglied in meiner Facebook-Gruppe ist, hat es schon mitbekommen. Momentan führt das Leben mir mal wieder deutlich vor Augen, dass es Wichtigeres gibt, als Schreiben. Wenn man einen geliebten Menschen beim Sterben begleitet, rückt das vieles in eine andere Perspektive. Was bei meiner Mutter vor vier Jahren schockartig schnell kam, ist in diesem aktuellen Fall nun ein langer Abschied. Das zehrt Kraft und hinterlässt in meinem Leben tiefe Spuren.

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Es ist eine Zeit der Umbrüche. Auch in meinem Brotjob ändert sich momentan vieles. Einerseits ist das toll, andererseits bedeutet das, dass ich zukünftig weit weniger Zeit zum Schreiben haben werde. Und das ist vielleicht auch gut so. Ursprünglich ging ich auf Halbtags, weil ich meine Schriftsteller-Tätigkeit pushen wollte. Das habe ich auch echt getan, aber leider nicht mit dem erhofften Ergebnis. Nach drei Jahren muss ich einsehen: Verdienstmäßig kann das Schreiben den Vollzeitjob nicht ausgleichen. So gerne ich von Luft und der Liebe zwischen meinen Figuren leben würde, das geht halt leider nicht.

Das Schreiben war immer mehr als ein Hobby für mich. Meine Berufung, mein Sinn, mein Ding. Aber seit einer ziemlichen Weile schon plagen mich Zweifel. Vor allem Zweifel an mir selbst. Das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen, ist übermächtig geworden. Schlechte Verkaufszahlen, Buchpiraterie und und und. Und ich bin müde. Müde, Kraft in eine Sache zu stecken, bei der ich mich immer weiter unter Druck setze, weil ich so große Träume habe. Es gibt mehr im Leben. Wichtigeres. Zum Beispiel Zufriedenheit und meine seelische Gesundheit.

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Zeit für Konsequenzen. In letzter Zeit wuchs und wuchs und wuchs nur noch der Frust und das Gefühl, hart zu arbeiten und das ins Leere laufen zu sehen. Schluss damit! Wenn etwas, das du liebst, dich nicht glücklich macht, dann musst du etwas ändern. Bei mir ist dieser Punkt erreicht.

Hey, keine Angst jetzt! Ich bin Autorin und das werde ich immer aus vollem Herzen sein. Aber ich will – muss – kürzer treten. Ich will versuchen, das Schreiben wieder lockerer zu sehen. Als etwas, das ich sehr ernst nehme, aber nicht zu ernst. Womit ich mich selber nicht unter Druck setze. Wenn es dann länger dauert, bis das neue Buch kommt – so be it. Ich will nicht jeden Tag schreiben müssen, weil ich Deadlines habe. Ich will schreiben, wann ich Lust dazu habe. Um das Schreiben wieder feiern zu können. Es darf sich nicht mehr so viel um Abgabetermine und Verkaufszahlen drehen. So wollte ich das nie, und deshalb muss ich aus diesem Hamsterrad aussteigen.

Damit ihr jetzt nicht fürchtet, ihr bekommt nie wieder ein Buch von mir, oh je – keine Sorge! Bianca Nias und ich arbeiten momentan wieder fleißig am Werwolf von nebenan. Nebenher schreibe ich eine Kurzgeschichte über eine Episode aus Dantes Vergangenheit für eine (noch geheime) Anthologie. Meinen Schreibstatus könnt ihr von nun an sogar auf einer extra Seite verfolgen. Wann der nächste Refugium – Band kommt, kann ich aktuell allerdings nicht sagen. Da zickt meine Muse gerade etwas. Das soll sich ganz natürlich ergeben, dann wird es auch am besten.

Und nun will ich euch unbedingt noch was zeigen! Das Cover von Der Werwolf von nebenan ist fertig!

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Bianca und ich freuen uns schon sehr darauf, euch zu erzählen, wie es mit Noah und Olli weitergeht. Wie das Cover verrät, geht’s darin auch auf eine Reise, die alles verändert …

Nun werde ich mich ganz entspannt ans Weiterschreiben machen. Ohne Druck. Und mir nebenher Zeit lassen, für wichtigere Dinge. Um Kraft zu haben für diese schwere Zeit, und es mir in der Zeit danach nicht wieder unnötig schwer zu machen.

Das Leben ist so kurz, meine Mäuse. Lasst es uns genießen!

Alles Liebe,
Susann

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